Geschichte

Als um 1900 in Deutschland viele Menschen Christen wurden, bildeten sich auch im Gebiet des früheren Kurhessen viele Gemeinschaftskreise. In Hessen waren es oft landeskirchliche Pfarrer, die in ihren Pfarrhäusern Gemeinschaftskreise sammelten. Pfarrer Leopold Wittekind knüpfte die Fäden überall zusammen, nachdem er von der Gnadauer Konferenz 1888 „kräftig angeregt“ war.
Hier der Überblick im Einzelnen…Daten, Ereignisse, Entwicklungen1890-1900 Auf dem Gebiet des früheren Kurhessen entstehen „erweckte“ Kreise und es bilden sich Gemeinschaften.
1896/97 Pastor E. Lohmann, Frankfurt, regt die Konstituierung des „Hessischen Brüderrates“ in Kassel an (6 Pfarrer und 6 „Laien“).
1897 Anstellung des ersten Evangelisten (Dannert) und zwei Gemeinschaftspflegern für die Gemeinschaftsgebiete Hersfeld, Hanau und Großalmerode. Gründung der ,,0ster-Philadelphia-Konferenz“ in Kassel, die alle zwei Jahre stattfindet.
1898 Erwerb des ersten Grundbesitzes, ein Haus in Hersfeld (Rittergasse 7), das bis 1907 die Heimat der örtlichen Gemeinschaft ist.
1899 Herausgabe eines eigenen Blattes „Gemeinschaftsbote“, das zunächst monatlich erscheint.
1901 15. Januar – Auflösung des Brüderrates und Gründung des „Hessen-Nassauischen Gemeinschaftsvereins“. Den Vorstand bilden die Pfarrer Wittekindt (Oberissigheim), Sartorius (Sterbfritz) und Sperber (Kassel).
Wittekind
Roth
Pfarrer Leopold Wittekindt
Alfred Roth
1905 Der Thüringische Gemeinschaftsbund wird als Zweigverband des Hessen-Nassauischen Gemeinschaftsvereins gegründet. Vorsitzender ist Pfr. Wittekindt.
1906 Der Thüringische Gemeinschaftsbund wird ein selbständiger Verein. Vorsitzender ist E. Modersohn.
1907 Weiterer Ausbau der Organisation des Vereins und Einteilung in Bezirksverbände. Die Mitglieder der Bezirksleitungen bilden mit dem Vorstand den Bruderrat.
1910 Zum Arbeitsgebiet gehören nun 150 Orte. 8 Gemeinschaftspfleger sind in Hersfeld, Homberg, Großalmerode, Fulda, Niederaula, Hanau, Treysa, und Unnau (Westerwald) tätig. Der Verein besitzt Gemeinschaftshäuser in Hersfeld, Homberg, Fulda, Sterbfritz, Rockensüß, Westerburg. Außerdem haben Gemeinschaften, die dem Verein angeschlossen sind, Häuser in Großalmerode, Oberissigheim und Treysa. Herausgabe des Blattes „Für Glauben und Dienst“ durch Prediger und Geschäftsführer Alfred Roth.
1913 Anschluss des „Zweigverbandes Nassau“ mit dem Christlichen Erholungsheim in Braubach/Rhein.
1921 Neuorganisierung der Bezirke des Vereins und Erstellung einer Ordnung (7 Punkte) für die Bezirksleitung.
1922 Der Westerwaldbezirk mit Gemeinschaftshaus in Westerburg wird an den „Herborn-Dillenburger-Gemeinschaftsverein“ abgetreten.
1926 Gründung einer „Buch- und Instrumentenhandlung“ für den Verein in Kassel. Anstellung des ersten Gemeinschaftssekretärs (spätere Dienstbezeichung „lnspektor“) für den Verein – Heinrich Seiler
1934 Der Erweiterte Vorstand des „Hessen-Nassauischen Gemeinschaftsvereins“ stellt sich einmütig hinter den Beschluss des Gnadauer Verbandes, im Kirchenkampf der Bekenntnisfront (Bekennende Kirche) beizutreten und sich von den “ Deutschen Christen“ zu trennen.
1945 Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg. Erste Vorstandssitzung mit den Predigern.
14 Hauptamtliche sind wieder im Verband tätig, 3 weitere befinden sich noch in Kriegsgefangenschaft.
1952 Herausgabe des Verbandsblattes „Licht für den Weg“.

Melsungen

Die Geschäftsstelle in Melsungen

1957 Wilhelm Link wird als Nachfolger von Heinrich Seiler zum 2. Inspektor berufen.
1958 Erwerb eines Hauses als Geschäftsstelle des Verbandes in Melsungen, Franz-Gleim-Str. 3.
1959 Aufnahme der Stadtmissionsarbeit in Wiesbaden.
1965 Aufnahme der Arbeit im Feierabendhaus „Simeonstift“ in Hainburg bei Hanau (Verband wird Hauptgesellschafter der gemeinnützigen GmbH).
1972 Die Landeskirchliche Gemeinschaft Kassel e.V. (Friedenshofwerk) schließt sich offiziell dem Verband als Arbeitsbezirk an. Übergabe der Gemeinschaftskreise im Usinger Land (Eschbach, Usingen, Rod am Berg) samt Gemeinschaftshaus an den Chrischona-Verband in Butzbach/Bad Nauheim.
Zum 1.9.1972 wird Alfred Sommer als Inspektor berufen und tritt die Nachfolge von Wilhelm Link an.
1974 Herausgabe des Verbandsblattes mit dem Gnadauer Gemeinschaftsblatt (Verbandsteil 8 Seiten).
1975 Anschluss der Stadtmissionsarbeit in Offenbach/M.
1979 Übernahme der „Lichtweg-Buchhandlung“ (Verbandsbuchhandlung) durch die Buchhandlung „Pilgermission“ in Gießen. Weiterführung als „Christliche Buchhandlung“ in Melsungen. Die „Christliche Tagungsstätte Hohe Rhön e.V.“ schließt sich als korporatives Mitglied dem Verband an.
1981 Die Stadtmission Hanau verselbständigt sich und stellt einen Stadtmissionar an.
1984 Beginn der sozial-diakonischen Arbeit „Wohngemeinschaft Regenbogen“ in Offenbach.
1988 Das christliche Erholungsheim in Braubach wird an Heimleiter Eduard Graf verkauft.
1990 Zum 1.1.1990 tritt Kuno Kallnbach seinen Dienst als Inspektor des Verbandes in Melsungen an. Im Rahmen des Jugend- und Gemeinschaftstages am 20.05.1990 findet die Verabschiedung von Alfred Sommer aus diesem Amt in den Ruhestand und die Diensteinführung des neuen Inspektors statt. Eröffnung der Seelsorge- und Beratungsstelle in Wiesbaden.
1991 Gründung des Vereins für Seelsorge und Lebensberatung e.V. (VSL). Die LKG Werratal e.V., die nach dem Krieg mit dem HNGV kooperierte, schließt sich wieder dem Thüringischen Gemeinschaftsbund an.
1992 Die Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck regelt in einem Predigergesetz die Anerkennung der Prediger und deren Amtshandlungen.
1993 Die Ev. Kirche von Hessen-Nassau schließt mit den Gemeinschaftsverbänden eine Vereinbarung zur Anerkennung von Amtshandlungen.
Der „Zweigverband Nassau“ wird in 3 eigenständige Bezirke umstrukturiert.
Das „Simeonstift“ stellt einen Prediger des Verbandes als Heimseelsorger an.
Start mit der „Weiterbildung zum Christlichen Berater“ (WCB) in Verbindung mit dem Dt. EC-Verband und dem Chrischona-Gemeinschaftswerk.
Die Umstrukturierung des Hanauer Bezirkes in 3 Regionen wird beschlossen.
1996 Einrichtung einer Verbandspfarrerstelle in Verbindung mit der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck – Reinhard Burtzlaff wird der erste Verbandspfarrer.
1997 Der Hessen-Nassauische Gemeinschaftsverband e. V. begeht sein 100jähriges Jubiläum.
Geschichte1Die Geschichte des Verbandes/der Bezirke ist in dem Buch von A. Sommer „Was Gott getan hat“ (ca. 240 S.) zusammengefasst.

1997 Die Mitgliederversammlung beschließt die Änderung des Namens in „Evangelischer Gemeinschaftsverband Hessen-Nassau e.V.“ Mit der Namensänderung wird auch das Erscheinungsbild des Verbandes geändert.
Start der Inland-Missionsstelle in Bad Brückenau mit Prediger Ehni.
1999 Die Evangelische Gemeinschaft Niederaula – vormals Chrischonaverband – schließt sich dem EGHN an.
2000 Der EGHN baut eine neue Geschäftsstelle mit Wohnhaus für den Inspektor in Neukirchen.
2002 Nach Ausscheiden von Prediger Ehni wird die Arbeit der Inlands-Missionsstelle in Bad Brückenau eingestellt. Die Landeskirchliche Gemeinschaft Bad Brückenau besteht im Bezirk Fulda weiter.

Geschäftsstelle

Die neue Geschäftsstelle in Neukirchen, Heimbachweg 18a

2007 Verkauf des Freizeitheims in Kleinenglis
2008 Im März beendet Kuno Kallnbach seinen Dienst als Inspektor des Verbandes
Der Verband erwirbt das Wohnhaus von Familie Kallnbach. Hier zieht im Sommer 2009 der neue Inspektor mit seiner Frau ein.
2009 Die Beteiligung am Simeonstift wird an den HDV (Hessischer Diakonieverein, Darmstadt) veräußert.
Beim Jugend- und Gemeinschaftstag in Alsfeld wird Norbert Held als neuer Inspektor des Verbandes eingeführt.
2012 Aus dem Jugend- und Gemeinschaftstag wird „Doppelpunkt“ das EGHN-Fest. Dieses findet erstmalig am 09. September in der Stadthalle Bad Hersfeld statt.

2013 sind wir mit dabei beim Zukunftskongress „Neues wagen“ des Evangel. Gnadauer Gemeinschaftsverbandes in Erfurt. Hier und da entwickeln sich neue Ideen und Modelle, um Gemeinschaftsarbeit neu zu beleben. Arbeitsgruppen entstehen. Auch unser Verbandstag steht einmal mehr auf dem Prüfstand. Obwohl bereits im Vorjahr mit einem neuen Namen und teilweise anderen Angeboten versucht wurde, diese Veranstaltung attraktiver zu gestalten, erscheint es uns, dass der enorme Aufwand im Vergleich zum Besuch die Sache nicht mehr rechtfertigt. Wir suchen nach neuen Ideen und anderen Formen.

2015 findet das letzte EGHN-Fest statt. Bereits im Frühjahr wird die Arbeitskonferenz der Hauptamtlichen (ARKO) erweitert und mit dem Leiterschaftsforum kommen ehrenamtlich leitende Mitarbeiter aus dem gesamten Verband hinzu. Ein Schwerpunktthema für die Arbeit im Verband wird die Begleitung und Förderung von haupt- und ehrenamtlichen Leitungsverantwortlichen. Mehrere Arbeitskreise zusammen mit dem Inspektor und dem Vorstand suchen nach Möglichkeiten Menschen in unseren Reihen bestmöglich zu fördern.

2016 für die Suche nach neuen Formen und Ideen der Begegnung im Verband wird eine Spurgruppe gegründet: EGHN in der Region

2017 das nächste Leiterschaftsforum startet zum Thema „Mit Tiefgang und Weite Menschen und Gemeinden fördern“. Im Anschluss findet ein EGHN Begegnungstag statt. Mit hochkarätigen Referenten (Gordon MacDonald und Oliver Ahlfeld) wird das Ziel der Förderung von Leitungsverantwortlichen konsequent weiterverfolgt. Gleichzeitig wird mit dem EGHN Begegnungstag ein Forum geschaffen, wo sich auch die ältere Generation wiederfinden kann. Die Spurgruppe EGHN in der Region ist „vor Ort“ im Gespräch und will im Hören und Fragen erspüren, wo weitere Bedürfnisse, aber auch Möglichkeiten und Potential zur geistlichen Förderung von Menschen in unseren Regionen verborgen sind. Diese Schätze gilt es zu heben und dazu schenke unser HERR viel Weisheit und Segen.